Rezension von Leser-Welt.de

Pakt des Bösen (V.S. Gerling)
Thriller

Berlin, London und Madrid werden durch eine Serie von Terroranschlägen erschüttert.
Die Aufklärung der Attentate, die man islamistischen Extremisten zuschreibt, kommt nur unter großen persönlichen Risiken voran. Politische Intrigen zehren zusätzlich an den Kräften von Bundeskanzler Jan Philip Gerling und mit jedem Ermittlungserfolg zeigt sich, dass die Verschwörung gigantischer ist als bisher gedacht. Nichts ist so, wie es auf den ersten Blick scheint, denn ein dichtes Netz aus politischen Motiven und wirtschaftlichen Interessen umschlingt den Globus. Sollten die Drahtzieher der Verschwörung Erfolg haben, würden mindestens drei Kontinente ins totale Chaos stürzen …
„Pakt des Bösen“ ist ein Polit-Thriller, der Sie mitfiebern lässt beim Spiel mit der Macht, das aber keine Regeln kennt und bei dem oft das Leben unzähliger Menschen riskiert wird, sei es in Berlin, Washington oder in den entlegensten Regionen Afghanistans.

V.S. Gerlings Debüt ist ein spannender, brisanter Polit-Thriller über den Machtmissbrauch in all seinen Facetten, über menschliche Abgründe und über die Sehnsucht nach Veränderung.
 
Autor: V.S. Gerling
Verlag: Periplaneta
Erschienen: 04/2011
ISBN: 978-3-940767-75-2
Seitenzahl: 333 Seiten

Die Grundidee der Handlung

Nach den dramatischen Ereignissen, die in dem Debütroman des Autors – Das Kanzlerspiel – spielen, ist der junge Bundeskanzler Jan Philip Gerling noch nicht richtig in seinem Amt angekommen, als neue Entwicklungen seine ganze Aufmerksamkeit fordern: neben London und Madrid wird auch in Berlin ein Bombenanschlag verübt, alles deutet auf die Al-Quaida als Attentäter hin. Gerling muss eingreifen, als aufgebrachte Berliner Bürger sich gegen deutsche Muslime zu wenden drohen. Seinem mutigen Engagement folgt eine seltsame Einladung; und Gerling begibt sich auf der Suche nach der Wahrheit und auf der Spur einer gigantischen Verschwörung in Lebensgefahr.

Stil und Sprache

Den Beginn des Romans eröffnet Gerling mit Auszügen aus dem Koran und der Bibel sowie einem Zitat von Winston Churchill, gefolgt von einem kritischen Statement zur Spezies Mensch, die zu denken gibt. Nach dem Prolog ist der Roman in fünf Teile gegliedert. V.S. Gerling beginnt alle Kapitel und Unterabschnitte mit Ort, Datum und Uhrzeit und lässt den Leser damit jederzeit im Klaren, wann und wo eine Szene spielt. Diese können durchaus im engen Takt aufeinander folgen, zum Teil umfassen sie nur wenige Zeilen, wodurch sich ein hohes Lesetempo einstellt. Erzählt wird dabei aus der Sicht eines über den Dingen stehenden Erzählers, der dem Leser Einblick in die Gedanken und Hintergründe verschiedener Charaktere gibt. Die kurzen Abschnitte enden praktisch immer mit Andeutungen, offenen Fragen oder Cliffhangern, was für Spannung und Dynamik sorgt und den Leser mit sich zieht. Erst nach und nach ergibt sich das Gesamtbild eines gewaltigen Konstrukts, dass hier aufgebaut wurde. In diesen ersten beiden Teilen ist „Pakt des Bösen“ eher ein in eine politische Bühne gewandeter Spionage- bzw. Actionthriller, der Schreibstil klar auf Unterhaltung ausgerichtet. Erst nach und nach wandelt sich der Plot zum Politthriller, was der Spannung aber keinen Abbruch tut.

In dem der Autor aktuelle globale Problem und politische Ereignisse der jüngeren und ältere Vergangenheit einbezieht, verleiht er seinem Gesamtkonstrukt Authentizität. Ohne zunächst einen Namen zu nennen, scheint V. S. Gerling Leben und Wirken Osama bin Ladens zu beschreiben und hebt ihn zu einer Figur dieses Buches hervor – ohne zu wissen, dass die Veröffentlichung seines Romans fast zeitgleich mit den Nachrichten über die Liquidierung des Terroristen zusammen fiel. Tatsächlich erhält diese Figur einen anderen Namen, die aber auf bin Laden Bezug nimmt. Einen Teil des Buches nutzt der Autor zudem für eine direkte Abrechnung mit dem ehemaligen Präsidenten der USA und dessen Verbrechen in Afghanistan und dem Irak sowie seinem Vater George Bush und gibt beiden als Familiennamen den Zweitnamen George W. Bushs – nämlich Walker.

Aufgefallen ist mir, dass einige Tatsachen häufig wiederholt werden, beispielsweise die Aufzählung der an der Verschwörung gegen den amerikanischen Präsident Beteiligten. Dies verleiht diesen Szenen den Eindruck, als würde der Autor dem Leser nicht zutrauen, sich diese Fakten zu merken.

Leider finden sich über den Roman verteilt immer wieder mal Stellen, an denen der Autor und das Lektorat etwas unkonzentriert gearbeitet haben. So heißt es beispielsweise auf Seite 146: „Wortlos und ohne ein Wort der Begrüßung öffnete dieser seine Aktentasche […]“. Oder auf Seite 221: „Der Oberst überprüfte die PK-Nummer, also die persönliche Kennnummer eines Soldaten und somit fest, mit wem er sprach“. Auch bei der Zeichensetzung fallen dem überaus aufmerksamen Leser gelegentlich Fehler auf – den Lesefluss stört es jedoch nicht sonderlich.

Figuren

Stephen King schrieb in seiner Saga Der Dunkle Turm sinngemäß, John F. Kennedy sei der letzte Revolvermann der Vereinigten Staaten gewesen. Bei Jan Philip Gerling muss ich an diese Aussage denken. In das Amt des Bundeskanzlers berufen, ist das Verhalten dieses Idealisten, der immer auf der Suche danach ist, das Richtige zu tun, nicht unbedingt typisch. Die Art und Weise, wie er sich äußert, Reden vor dem Bundestag hält oder in Verhandlungen geht, machen ihn dem Leser gegenüber tief sympathisch. Dies hebt ihn von anderen Politikern – realistischen wie fiktiven - ab, stellenweise erscheint es aber auch unpassend für so einen hochrangigen Politiker Deutschlands. Er verkörpert das Idealbild eines Volksvertreters, wie man ihn sich nur wünschen kann, aber auch bei so einem taffen Bundeskanzler wie Gerling wirkt es als unrealistisch, dass er sich freiwillig und ohne Geleitschutz in die Hände des meistgejagten Terroristen der Welt begibt, nur weil dieser ihn wegen der erfolgten Anschläge zu sich ruft.

Ebenfalls ein Idealist und ein vorbildlicher Präsident ist Clifford, Staatsoberhaupt der USA, der in vieler Hinsicht Barack Obama nachempfunden ist.

Der Graf, der nicht nur über erstaunliche Informationen und Kontakte, sondern auch über gewaltige technische Mittel verfügt, die er loyal dem Bundeskanzler zur Verfügung stellt, bleibt zunächst weiterhin im Anonymen – erhält in diesem Buch aber tatsächlich den Background, der seine Stellung rechtfertigt.

Aber nicht nur die Protagonisten, auch die Antagonisten sind gut ausgearbeitet, ihre Motive – auch wenn sie bei einem Charakter dem Wahnsinn entspringen – glaubhaft und nachvollziehbar, doch die Rücksichtslosigkeit ihres Vorgehens beispiellos.

Aufmachung des Buches

Das Buch aus der Edition Totengraeber des Verlags Periplaneta wird als gebundene Hardcoverausgabe vertrieben. Das Cover des Schutzumschlages weckt mit dem Bild eines Regierungsgebäudes, über dem ein Atompilz in die Höhe steigt, die Aufmerksamkeit des Betrachters, auf der Rückseite und dem vorderen Einschlag wurden als zusätzliche Elemente die Silhouetten eines Kampfhubschraubers, ein Minarett einer Moschee und ein Soldat abgebildet. Der hintere Einschlag des Schutzumschlages hält Informationen zum Autor bereit. Unter dem Umschlag ist das Buch in einem kräftigen Rot gefärbt, das gut mit der weißen Schrift kontrastiert.

Im Anhang an den Roman gibt es ein Nachwort, eine Danksagung, eine Personenübersicht und Hinweise auf andere Veröffentlichungen des Verlags.

Fazit

In Pakt des Bösen als Nachfolger des Thrillers Das Kanzlerspiel betritt Jan Philip Gerling, der idealisierte deutsche Bundeskanzler, im Kampf gegen eine globale Verschwörung das internationale Parkett. Der Roman bietet Unterhaltung, Dramatik und Tempo, während der Plot in die menschlichen Abgründe führt.

✩✩✩✩


Hinweise

Rezension von Sven Trautmann
Herzlichen Dank an den Periplaneta-Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Weitere Infos

Zur Entstehungsgeschichte des Buches
Zur Inhaltsangabe
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