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Pakt des Bösen (V.S. Gerling)

Geschrieben von: Patricia
Sonntag, den 21. August 2011 um 11:21 Uhr

Klappentext

Berlin, London und Madrid werden durch eine Serie von Terroranschlägen erschüttert. Die Aufklärung der Attentate, die man islamistischen Extremisten zuschreibt, kommt nur unter großen persönlichen Risiken voran. Politische Intrigen zehren zusätzlich an den Kräften von Bundeskanzler Jan Philip Gerling und mit jedem Ermittlungserfolg zeigt sich, dass die Verschwörung gigantischer ist als bisher gedacht. Nichts ist so, wie es auf den ersten Blick scheint, denn ein dichtes Netz aus politischen Motiven und wirtschaftlichen Interessen umschlingt den Globus. Sollten die Drahtzieher der Verschwörung Erfolg haben, würden mindestens drei Kontinente ins totale Chaos stürzen …
Pakt des Bösen ist ein Politthriller, der Sie mitfiebern lässt beim Spiel mit der Macht, das aber keine Regeln kennt und bei dem oft das Leben unzähliger Menschen riskiert wird, sei es in Berlin, Washington oder in den entlegensten Regionen Afghanistans.

Der Autor

V.S Gerling ist das Pseudonym des Autors Volker Schulz. Er erblickte im April 1965 das Licht der Welt. Aufgewachsen in einem kleinen Ort südlich von Hamburg entschied er sich nach dem absolvierten Dienst für’s Vaterland für eine Laufbahn im Vertrieb. Sein einziges Bestreben war es, Geld zu verdienen und Karriere zu machen. Das gelang ihm dann auch. Er machte Karriere und bereiste die Welt.

Mit vierzig merkte er, dass irgendetwas nicht stimmte – und zwar mit ihm. Jahrelang hatte er diese leise innere Stimme erfolgreich verdrängt, die ihm immer wieder zuflüsterte: „Bist du sicher, dass das was Du hier tust, richtig ist?“

Mit vierzig entschied er, es wäre an der Zeit, der Stimme mal zuzuhören. Mit vierzig änderte sich sein Leben – zum Positiven. Er verließ das Hamsterrad und machte sich als freier Berater selbständig. Ein Jahr später kaufte er sich in eine GmbH ein und berät nun bundesweit Ärzte, Kliniken, Sportgeschäfte, Fitnessstudios, Sportvereine und den medizinischen Fachhandel.

Seit er vierzig ist, versucht er jeden Tag nur ein einziges Mal diese Welt ein klein wenig besser zu machen …

Und mit vierzig schrieb er auch sein erstes Buch. Es heißt „Das Kanzlerspiel“ und ist ein Politthriller.

Rezension

Was einst wie ein Spiel erschien, ist nun bitterer Ernst geworden. Jan Philip Gerling ist Bundeskanzler, der in seinem jugendlichen Leichtsinn durchaus den Fettnäpfchen nicht unbedingt ausweicht. Was für ihn logisch erscheint, wird von so manch anderem Politkollegen doch ganz anders aufgefasst und so muss er sich schon bald vorsehen, denn der Sumpf der Intrigen gegen ihn wird vorbereitet. Als Bundeskanzler kann man sich nicht einfach mehr unter das Volk mischen, schon gar nicht, wenn verfeindete Gruppen aufeinander treffen. Auch wenn man damit eine brisante Situation entschärft, so leistet man Vorschub für andere brisantere Situationen, die den Personenschützern den Schweiß auf die Stirn treiben. Die Einschläge gegen ihn kommen gezielter, aber mit viel List, Witz und Verstand kann Gerling eine Mauer um sich herum errichten, die eines kompetenten Politikers würdig ist. Aber nicht nur das eigene Land schießt scharf, selbst die Welt ist nicht genug für Gerling, der sich auf einmal mit ganz gewaltigen Problemen herumschlagen muss, von denen er früher nicht einmal geträumt hätte.

Kann der Autor V.S. Gerling hellsehen? Oder ist er wirklich so ein Kenner der Politik, dass er Ereignisse voraussieht, die dann tatsächlich so ähnlich eintreffen? Mal wieder ist die Geschichte an Aktualität nicht zu übertreffen, wobei man nie vergessen darf, dass zuerst das Buch erschienen ist. Auf dem diesjährigen Kirchentag wurde ein Anschlag verhindert, ein Anschlag, der auch in Gerlings Buch ein Thema ist. Auch bei ihm ist ein Kirchentag, auch bei ihm ist der Papst zu Besuch. Aktueller geht es kaum, aber das ist nur eine kleine Randnotiz. Gerling treibt seinen Bundeskanzler und den amerikanischen Präsidenten zu außergewöhnlichen Handlungen, wobei man sich so manches Mal fragt, ob das in Wirklichkeit möglich wäre. Auf Authenzität legt der Autor viel Wert, wenn ihm auch manchmal die spitze Feder durchgeht. Allerdings legt er ein ziemlich gutes Beispiel vor, wie Politik gelebt werden könnte, wie Entscheidungen tatsächlich zugunsten des Volkes getroffen werden und wie ein Politiker es schaffen kann, glaubhaft zu wirken. Alles nur ein Traum oder Zukunftsmusik? Oft fühlt man sich in die Gegenwart katapultiert, die Trennlinie zwischen Wunschdenken und Realität ist dünn, als einfacher Bürger wird einem aber sehr deutlich, wie man sich seine Politiker wünscht. Gerling hat hier ein Szenario mit eloquenten Charakteren geschaffen, die einfach zu gut sind, um wahr zu sein. Selbst wenn einem der ein oder andere doch sehr bekannt vorkommt, wer hier seinen Auftritt hat, macht der Autor durch seine Charakterisierungen recht deutlich.

Die Handlung ist in keinster Weise vorhersehbar oder vorstellbar, V.S. Gerling versteht es meisterhaft, falsche Fährten zu legen und unerwartete Wendungen einzubringen. Kaum hat man sich einen weiteren Verlauf vorgestellt, so nimmt der Autor den Leser an die Hand uns springt mit ihm nach rechts und vorne, niemals zurück und immer dahin, wo man es nicht erwartet. Intrigen, Fallen, undurchschaubare Charaktere, Terroristen und größenwahnsinnige Eroberer wechseln sich ab, wirklich nichts ist so, wie es scheint. Die einzig Stabilen in der Geschichte sind Gerling, Clifton und ihre engsten Berater, aber selbst sie werden zu Handlungen gezwungen, die ihren eigentlichen Charakteren entgegenwirken. Vielleicht wirkt der Bundeskanzler Gerling ein bisschen zu wagemutig, ein Springinsfeld, der zuerst handelt und dann denkt. Schmerzlich wird ihm bewusst, dass diese Zeit vorbei ist und seine Handlungen von jedermann genauestens unter die Lupe genommen werden. Viel abwechslungsreiche und spannende Politik, die durch den mitreißenden Stil jedermann anspricht und fesseln vermag. Man muss nicht auf der Höhe der Zeit sein, um an diesem Buch seine wahre Freude zu finden, auch wenn es manchmal ein bisschen zu viel Verwirrung auf einmal ist. Im Nachhinein erkennt man aber auch, dass man nicht jede kleinste Windung verstehen muss, denn es kommt ja sowieso anders, als wie man denkt.

Fazit

Die Fortsetzung des Kanzlerspiels ist wieder genial und weiß zu begeistern. Politische Machenschaften, internationale Intrigen und undurchschaubare Welteroberungspläne vereinen sich zu einem fesselnden Thriller, der eindringlich beweist, dass auch in Deutschland Weltpolitik gemacht wird und sich unser kleines Land vor den Großen nicht verstecken braucht. V.S. Gerling hat ein einmaliges Konzept erschaffen, welches jeden interessieren dürfte, selbst Politikmuffel können sich hier wiederfinden und sich in den Schlingen der Integrität und Unübersichtlichkeit verlieren, nur um zu bemerken, dass Politik tatsächlich funktionieren kann, wenn die richtige Motivation dahinter steckt.

Pro und Contra

+ packende Erzählweise
+ unglaublich viele Themen spannend verpackt
+ interessante und vielschichtige Charaktere
+ vielfältige Ereignisse
+ hochbrisante Themen
+ so könnte es in Deutschland aussehen
+ bekannte Politiker erkennt man leicht

o sind manche Handlungen tatsächlich realistisch?

- Namensgleichheit zwischen Autor und Hauptperson
- manchmal ein bisschen zuviel Politik auf einmal

Wertung

Handlung: 4,5/5
Charaktere: 4,5/5
Lesespaß: 4,5/5
Preis/Leistung: 4/5

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